AFTER WORK mit Meik Bruns, Präs. d. NRW-Lehrerverbands: Schule im Kreuzfeuer: Bildung unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen.

Was soll und kann Schule heute leisten?

„Die Leistungen der deutschen Fünfzehnjährigen sind in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Messungen im Jahr 2000 gefallen“ (Statistisches Bundesamt, Pisa 2022). Es gibt gravierende Mängel, was die Studierfähigkeit zahlreicher Abiturienten angeht“ (Peter-Andre Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz 2018-2023).



„Der IQB-Bildungstrend 2024 zeigt: Die Kompetenzen der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler in Mathematik und Naturwissenschaften erreichen einen Tiefstand. In fast allen Kompetenzbereichen fallen die Leistungen hinter den Werten der letzten Messungen 2018 und 2012 zurück. Insgesamt 34 Prozent verfehlen die Mindeststandards in Mathematik, die für den Mittleren Schulabschluss nötig sind. Von dem Negativtrend sind fast alle Bundesländer betroffen. Doch die Unterschiede zwischen den Ländern sind teilweise groß“ (Schulportal der Robert Bosch Stiftung).



Einen überdurchschnittlichen Anstieg des Anteils der Jugendlichen, die die Mindeststandards verfehlen, zeigt sich in den Ländern Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Ohne Zweifel: Schule ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Lehrkräfte konstatieren bei einer wachsenden Zahl von Schülerinnen und Schüler mangelnde Resilienz und mangelhafte Konzentration, unzureichende Sprachkenntnisse, Gewaltbereitschaft, fehlende Sozialkompetenz und den Verlust von Anstrengungsbereitschaft. Die vielfältigen Ursachen des gesellschaftlichen Wandels – Corona, (un)soziale Medien, Klimakrise, Krieg in Europa, sich verschlechternde wirtschaftliche Aussichten – betrifft alle Bundesländer. Warum gelingt es Sachsen dauerhaft, im Ländervergleich die Spitzenposition zu halten? Was hat Hamburg richtig gemacht in den letzten 15 Jahren? Und warum gelingt es Nordrhein-Westfalen nicht, sich aus der Abstiegszone zu befreien? Was machen andere Nationen besser als das Land der Dichter und Denker?



Meik Bruns, Jahrgang 1979, ist einer, der die nordrhein-westfälische Bildungspolitik kennt wie kaum ein anderer. Er ist seit März dieses Jahres Präsident des Nordrhein-Westfälischen Lehrerverbandes (NRWL), der mehr als 30.000 Mitglieder vertritt, außerdem ist er als Ratsherr und Vorsitzender des Schulausschusses in Münster und als Lehrer am Schlaun-Gymnasium mit reichlich lokaler Erfahrung versehen. Sein Vortrag wird den Blick richten auf Schule „von innen“, auf die schulpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre und auf das Ringen um gute Schule und um guten Unterricht angesichts immenser gesellschaftlicher Veränderungen. Freuen Sie sich auf eine lebhafte Diskussion um „Schule heute“ in Nordrhein-Westfalen.