Das internationale Geschehen ist unübersichtlicher und unvorhersehbarer geworden. Neue Kriege in unserem direkten Umfeld, die Erosion der regelbasierten Ordnung, die Rückkehr von Machtpolitik und Protektionismus sowie KI, Cyberattacken und neue technologische Entwicklungen stellen Deutschland und Europa vor wachsende Herausforderungen. Gleichzeitig schwinden scheinbar die Möglichkeiten, internationale Entwicklungen maßgeblich zu beeinflussen.
Wie kann und muss deutsche Außenpolitik darauf reagieren? Wie können wir unsere Werte und Interessen in Einklang bringen und – gemeinsam mit unseren Wertepartnern – international behaupten? Unsere Außenpolitik muss heute vieles leisten – von Sicherheit und Verteidigung, Außenwirtschaftsförderung, Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit, Energie- und Rohstoffsicherheit, Pflege der auswärtigen Kultur-, Bildungs-, Forschungskooperation als Teil deutscher Soft Power, bis ihn zur Diversifizierung unserer Lieferketten und internationalen Partnerschaften. Dafür brauchen wir heute dringender, denn je verlässliche Partner in allen Weltregionen – denn wir waren nie so verflochten und verwundbar.
Wo finden wir heute verlässliche Partnerschaften? Wie spricht man mit schwierigen Partnern, ohne die eigenen Maßstäbe aufzugeben? Und wie kann Deutschland seine außenpolitische Resilienz und Handlungsfähigkeit stärken?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Abends mit Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt und CDU-Politikerin. Sie steht für einen pragmatischen und interessengeleiteten außenpolitischen Kurs, der sich nicht in guten Absichten erschöpfen darf. Deutsche Außenpolitik muss diesen zahlreichen Zielen dienen. Sie muss Sicherheit schaffen, Fluchtursachen begrenzen und unsere Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz wie auch Einflussmöglichkeiten und Soft Power stärken.
Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement versteht Staatsministerin Serap Güler dabei nicht nur als moralische Pflicht, sondern auch als vorausschauende Sicherheitspolitik. Denn Staatszerfall, Flucht, Hunger und Perspektivlosigkeit sowie Gewaltkonflikte bleiben selten auf eine Region begrenzt. Besonders deutlich wird dieser Ansatz im Umgang mit Syrien und dem Sudan, wo die Bereiche Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung eng zusammengedacht werden. Zudem braucht es einen Mentalitätswandel in der deutschen Afrikapolitik wie auch im Umgang mit dem sogenannten „Globalen Süden“. Wie zuletzt von Bundesaußenminister Wadephul betont, sollte Afrika als „Chancenkontinent“ wahrgenommen werden, damit Deutschland hier nicht den Anschluss verschläft. Afrika ist der direkte Nachbar Europas und in vielen wichtigen Bereichen ein strategischer Partner Europas – wirtschaftlich wie sicherheitspolitisch.“
Zu dem Vortrag bietet die Gastronomie ein Suppen-Buffet ad libitum.
