Sie klingt freundlich. Sie antwortet in ganzen Sätzen. Sie schreibt E-Mails, führt Gespräche und tritt uns immer häufiger als sympathischer Avatar oder persönlicher Assistent gegenüber. Manche Anwendungen wirken bereits so überzeugend, dass wir beinahe vergessen, mit einer Maschine zu sprechen und die Grenzen zu verschwimmen scheinen.
Doch genau darin liegt eine der spannendsten Fragen unserer Zeit: Soll Künstliche Intelligenz (KI) überhaupt menschlich wirken?
Mit ihrem Vortrag nimmt Prof. Dr. Jessica Heesen am 17. September 2026 beim Zwei-Löwen-Club Münster ein Thema in den Blick, das weit über technische Entwicklungen hinausgeht. Denn je überzeugender KI menschliche Sprache, Mimik oder Emotionen nachahmt, desto leichter entsteht Vertrauen und damit zugleich die Gefahr von Täuschung.
Doch was bedeutet es eigentlich, wenn Maschinen menschliche Eigenschaften nachahmen? Wo liegen die Chancen einer immer intelligenteren Technologie – und wo beginnen die ethischen Herausforderungen? Wie verändert sich unser Verständnis von Vertrauen, Identität und Kommunikation, wenn künstliche Systeme nicht nur Aufgaben übernehmen, sondern auch Beziehungen simulieren?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Jessica Heesen in ihrem Vortrag „Wie menschlich ist die Künstliche Intelligenz?“, zu dem der Zwei-Löwen-Club Münster am 17. September 2026 herzlich einlädt.
Anhand aktueller Beispiele zeigt Prof. Heesen, wie Chatbots, Avatare und andere KI-Systeme gezielt menschenähnlich gestaltet werden. Sie beleuchtet, weshalb wir dazu neigen, Maschinen Eigenschaften zuzuschreiben, die sie gar nicht besitzen, und welche ethischen Fragen daraus entstehen. Wo verläuft die Grenze zwischen hilfreicher Technologie und bewusster Vermenschlichung? Welche Risiken bergen täuschend echte digitale Abbilder von Menschen? Und was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn KI nicht nur arbeitet wie ein Mensch, sondern zunehmend auch so aussieht, spricht und wirkt?
Dabei richtet sich der Blick auch auf Entwicklungen, die noch vor wenigen Jahren wie Science-Fiction erschienen: KI-Systeme, die journalistische Inhalte verfassen, digitale Begleiter ersetzen oder sogar verstorbene Menschen als Chatbots und Avatare scheinbar weiterleben lassen. Was technisch möglich ist, ist nicht automatisch gesellschaftlich wünschenswert.
Prof. Dr. Jessica Heesen gehört zu den profiliertesten Stimmen Deutschlands im Bereich Medienethik und Technikphilosophie. Als Vorstandsmitglied des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen und Leiterin der Forschungsgruppe Medienethik, Technikphilosophie & KI beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. Darüber hinaus bringt sie ihre Expertise unter anderem in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien der Bundesministerien
ein. Ihre Forschung verbindet technologische Entwicklungen mit den grundlegenden Fragen nach Verantwortung, Vertrauen und Menschenwürde.
Der Vortrag verspricht somit spannende Einblicke in eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Zeit. Denn vielleicht lautet die entscheidende Frage längst nicht mehr, was KI alles kann und zukünftig können wird. Sondern, wie menschlich wir sie überhaupt werden lassen wollen.
Zu dem Vortrag lädt der Klub zu Schnittchen ein.
