Die Deutsche Bahn ist zugleich Hoffnungsträger und Sorgenkind der deutschen Verkehrspolitik. Während der Personenfernverkehr und der Güterverkehr marktwirtschaftlich bestehen sollen, ist der ganze Sektor dauerhaft auf öffentliche Mittel angewiesen. Die politisch gewünschte Verkehrsverlagerung auf die Schiene verschärft dieses Spannungsfeld: Mehr Angebot, höhere Qualität und gleichzeitig begrenzte Budgets. Milliarden fließen in ein überlastetes Netz, doch Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bleiben hinter den Erwartungen zurück. Damit rückt die Grundsatzfrage in den Fokus: Ist der integrierte DB-Konzern Voraussetzung für eine leistungsfähige Infrastruktur – oder blockiert er Transparenz, Wettbewerb und wirtschaftliche Erneuerung?
Prof. Gernot Sieg ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Inhaber des Lehrstuhls für Industrieökonomik, insbesondere Infrastruktur- und Verkehrsökonomik an der Universität Münster. Zudem ist er Direktor des Instituts für Verkehrswissenschaft Münster und Director des Münster Center für Economic Policy. 2013 wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesminister für Verkehr berufen, dessen Vorsitzender er 2024 und 2025 war.
Zu dem Vortrag serviert die Gastronomie Schnittchen.
