Michelangelos „David“, eine der Ikonen unserer modernen Welt, repräsentiert nicht nur in einzigartiger Weise das Land Italien und die Größe seiner Kultur, sondern er gilt auch als Inbegriff künstlerischer Kreativität.
In ihrer unnachahmlichen Weise nimmt uns unser Klubmitglied Claudia Echinger-Maurach, eine der weltweit renomiertesten Michelangelo- und da Vinci-Expertinnen, mit auf die Reise in die Florentiner Republik zu Zeiten Michelangelos, lässt uns am Reichtum, der Bildung, der Kunstbesessenheit, dem Glanz, aber auch an den Ränkespielen der ca. 60 einflussreichen Familien und an den politischen Wirren in Florenz teilhaben und erklärt uns, warum eigentlich Michelangelo den Auftrag für dieses Meisterwerk erhielt. Im Gegensatz zum Reichtum, zur Bildung, Kunst und Wissenschaft war das politische Leben der Republik weniger rosig und wurde über Jahrhunderte bestimmt von rücksichtslosem Pateienhader, was viele Florentiner, auch Michelangelo, ins Exil trieb. In politisch derart unruhigen Zeiten mit Umstürzen, Hinrichtungen und danach dem Versuch, die beste Verfassung der damaligen Welt, dem Zweikammersystem der Republik Venedig, in Florenz einzuführen, baute man erst einmal einen neuen Versammlungssaal mit prächtigen Holzarbeiten und Fresken, und bauftragte Leonardo und Michelangelo mit der Schaffung riesiger Gemälde, um sie im Land zu halten. In diesen Zusammenhang fällt nun auch die Vergabe des bereits zweimal verhauenen Marmorblocks an Michelangelo, dessen über fünf Meter großer David von 1504 an vor dem Palazzo della Signoria stand. Dieser David, immer schon Symbol der Republik Florenz, sollte in diesem kolossalen Maßstab eine verteidigungsfähige Republik repräsentieren, was sie aus eigenen Kraft nicht war.
In den Jahren des Untergangs der Republik Florenz um 1530 betätigte sich Michelangelo als Festungsbaumeister, bevor er endgültig nach Rom floh, wo ihn die Päpste schützten und ehrten.
Nach der „Sixtinischen Decke“ und der „Mona Lisa“ ist dies der dritte Abend unserer Echinger-Maurach-Reihe, der wiederum Einblicke in die gesellschaftlichen und politischen Umstände gibt, unter denen die Künstler ihre einzigartigen Werke schufen; und die Anzahl der Echinger-Mauracher unter unseren Klubmitgliedern wird danach wiederum ansteigen…
