ZLK vor Ort: „Lars Reiffers zeigt atelierfrische Arbeiten“ in der Galerie Hovestadt

Lars Reiffers (1978 Engelskirchen), Träger des Lucas-Cranach-Sonderpreises 2001, studierte zunächst Malerei in Aix-en-Provence, der Geburtsstadt Paul Cézannes, bevor er 1999 sein Studium an der Kunstakademie Münster in der Klasse von Professor Kuhna weiterführt und 2002 zu seinem Meisterschüler ernannt wird. Bereits sein Lehrer (Hermann-Josef Kuhna) setzte sich in seinem Schaffen intensiv mit Farbe und ihrer Wirkung auseinander: Angeregt und inspiriert durch seinen Lehrer entwickelt Lars Reiffers früh seine künstlerische Handschrift, formt und modelliert sie konstinuierlich weiter. Ihn treibt bei aller überbordenden Fülle und Dekorativität, die seiner Malerei prima vistaanhaftet, mehr an, als die reine Oberflächenschau! Und dies zeigt sich bereits im Stadium der Bildfindung:

Am Beginn des künstlerischen Prozesses steht die Sammlung und Dokumentation, d.h.  Reiffers studiert seine Motive mit der Kamera: Waren es im französischen Aix die mittelmeerischen Märkte, die ihm Fische in allen Farben, Größen und Arten boten, sind es im heimischen Köln Flora und Fauna, die er im großzügig angelegten Garten seiner Eltern vorfindet. Die Kamera erfüllt dabei den Zweck eines Archivs; die auf diesem Wege regelrecht katalogisierten einzelnen Blumen und Blätter, Fische und Tiere bilden eine Art Asservatenkammer, ja ein Formen- und Motivrepertoire, aus dem sich der Künstler ganz nach seinen Vorstellungen und unabhängig von Jahreszeiten und aktuellem Aufenthaltsort bedienen kann. Erst im Atelier werden sie zu neuem Leben erweckt. Die fotografischen Vorlagen werden auf die Leinwand projiziert, in feinen Lasuren werden Proportionen und Komposition aufeinander abgestimmt. Im nachfolgenden Malakt jedoch löst sich der Künstler von der Vorlage, entwickelt er Farbe, Form und Raum eigenständig weiter, ein Procedere, das viel Zeit in Anspruch nimmt.

Zu seinem Repertoire gehören Blumen, Fische und Wasser. Stillebenhaft arrangiert und altmeisterlich durchkomponiert, entlockt der Künstler jenen Motiven stets neue Arrangements, vermag er ungewohnte Perspektiven zu entwickeln und unbekannte Facetten zu beleuchten. In seinen jüngeren Werken seit 2015 setzt sich der Künstler mit dem Thema Museum auseinander, beispielsweise die berühmte „Schlachtengalerie“ in Versailles, die einebeeindruckende Sammlung von dreiunddreißig Gemälden präsentiert. Das Gemälde mutet im Detail fast fotografisch an und ist doch das wohlkomponierte Ergebnis von Farbschichten, Lichtspiel und Pinselbewegungen.

Lars Reiffers Gemälde waren Gegenstand zahlreicher Einzel- und Gruppenausstellungen und wurden in Galerien in Deutschland, Spanien, Frankreich, China und Südkorea gezeigt. Zuletzt waren seine Einzelausstellungen in der Theofilos Klonaris Fine Art Gallery in Palma de Mallorca und in der Zandari Gallery in Südkorea zu sehen.Zu den wichtigsten Gruppenausstellungen in Museen, zu denen auch Reiffers Gemälde gehörten, gehören die Fränkische Galerie des Bayerischen Nationalmuseums, Kronach; Maison der Heidelberg, Montpellier; Dolmbahce Serail – Museum für Malerei und Skulptur, Istanbul; Kunstverein Oberhausen; Kaktus Kulturforum Lüdinghausen; Städtische Galerie im Park Viersen; Städtische Ausstellungshalle Münster; Messmer Stiftung Riegel Kaiserstuhl und Space Ieum Peking. Die Arbeiten von Lars Reiffers sind in zahlreichen Privatsammlungen vertreten und er wird u.a. von der Theofilos Klonaris Fine Art Gallery (Palma de Mallorca) und der Rebecca Hossack Gallery (London, New York) vertreten.

Frau Dr. Gabriele Hovstadt führt uns am 16. Juni durch ihre Galerie und die aktuelle Ausstellung

Ort: Galerie Hovestadt, Stockum 7, Nottuln