Essen mit Vortrag: „Das Ende der politischen Stabilität? Die Niederlande und der Rechtspopulismus“ von Prof. Dr. Friso Wielenga

Sowohl in ihrem Selbstbild als auch in der Perzeption durch das Ausland galten die Niederlande bis zum Ende des 20. Jahrhunderts als ein politisch stabiles, tolerantes und pro-europäisches Land. Dieses Bild kippte im Jahr 2002. Der Aufstieg des Rechtspopulisten Pim Fortuyn und dessen Ermordung in jenem Jahr, der auch danach anhaltende Vormarsch der Populisten unter Geert Wilders, die harten politischen Auseinandersetzungen über die Integration von Migranten, die zunehmende Europaskepsis und weitere außenpolitische Streitthemen – dies alles führte zu großer politisch-gesellschaftlicher Unruhe und zu mehreren politischen Krisen. Im Vortrag wird auf die Hintergründe dieser Entwicklungen und auf die Frage eingegangen, welche Rolle der Rechtspopulismus, die Wählervolatilität und das Verschwinden der früheren großen Volksparteien in der niederländischen politischen Aktualität spielen.

Prof. Dr. Friso Wielenga (1956) studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Vrije Universiteit in Amsterdam und an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Er lehrte an den Universitäten von Groningen und Utrecht und ist seit 1999 Direktor des Zentrums Für Niederlande-Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In deutscher Sprache veröffentlichte er u.a. Vom Feind zum Partner. Die Niederlande und Deutschland seit 1945, Münster 2000; zusammen mit Markus Wilp (Hrsg.), Die Niederlande. Ein Länderbericht, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015; Im Herbst 2018 erschien die dritte Auflage von Wielenga’s Geschichte der Niederlande, Reclam Verlag, Ditzingen.