Zwei-Löwen-Grube: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

NRW-Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in der Zwei-Löwen-Grube



In ihrem politischen Leben hat sie sich stets für die Grundrechte, gegen Diskriminierung und für den Respekt gegenüber allen Menschen eingesetzt. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger war 23 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages und viele Jahre Bundesjustizministerin. Seit Anfang des vergangenen Jahres ist die gebürtige Mindenerin nun Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW. Ehrenamtlich engagiert sie sich gegen den Antisemitismus und für die Freiheit der jüdischen Religion. Damit will sie deutlich machen, dass es Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist, jüdisches Leben ohne Angst und Furcht zu ermöglichen. Denn mehr als 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz seien jüdische Gemeinden in Deutschland wieder einer wachsenden Bedrohung ausgesetzt.



2019 haben die antisemitischen Straftaten gegenüber dem Vorjahr bundesweit um 13 Prozent zugenommen. Dazu gehörte auch der Terror-Anschlag auf die Synagoge in Halle. Doch auch außerhalb des Strafrechtes häufen sich Diffamierungen, Beschimpfungen und antisemitische Verschwörungsmythen, die zum Beispiel für die Coronavirus-Pandemie die Juden verantwortlich machen. Leutheusser-Schnarrenberger empfindet es als unerträglich, dass „alte antisemitische Vorurteile zu solch neuen Verschwörungsmythen avanciert“ sind. Der Davidstern werde von Impfgegnern und Corona-Leugnern für ihre Proteste missbraucht. Und mit der digitalen Kommunikation hätten sich antisemitische Hetze und Hass, oft unter dem Schutz der Anonymität, in vielen Köpfen festgesetzt.



Die FDP-Politikerin warnt vor der weiteren Zunahme des antisemitischen Gedankengutes sowohl im Netz wie auf der Straße. Wie in der Gesellschaft dagegen vorgegangen werden muss, darüber spricht und diskutiert sie am 15. September um 19:30 Uhr in der Zwei-Löwen-Grube.